Anmerkungen

Egal ob Rush Hour oder Normalbetrieb, in Städten mit nur wenigen U-Bahn-Linien nehmen jene wenige Züge ein ungeheures Aufkommen von Passagieren auf. So ist es in Rom, so ist es in Warschau und so ist es auch in Minsk. Jene U-Bahn-Netzwerke weitestgehend ohne Menschen fotografieren zu dürfen, ist mehr als nur Glück. Wenn man die wie Wasser wabernde, ständig den Bahnhof flutende Menschenmasse sieht die morgens zwischen Kastryčnickaja und Kupalaŭskaja umsteigt, dann weiß man wovon die Rede ist.

Das Relief Solidarität von Anatol Yefimovich Arcimowicz am ehemaligen Haus der Mode

Das Relief „Solidarität“ von Anatol Yefimovich Arcimowicz am ehemaligen Haus der Mode


Geboren im Jahr 1984, ist die Minsker Metro jung. Sie orientiert sich architektonisch im Kern am funktionalen Stil des typisch pylonenbasierten Kubismus, der auch in Moskau in den 1970er Jahren erbauten Bahnhöfe zu finden ist. Die neueren Stationen der Metro Minsk hingegen vereinen alten Stil und neue Materialien. Auch kommen frische Lichtkonzepte zum Einsatz. Hier ein paar architektonische Stellvertreter:

Einzigartig ist die durch die Metro reflektierte Rückbesinnung auf das Belorussische, auf die eigene staatliche Souveränität. Gemeint sind die vielen Bahnhöfe, die noch ehemals sowjetische Stationsnamen tragen, in den Streckenplänen aber mit ihrem neuen belorussischen Namen geführt werden. Am offensichtlichsten ist das im großen Umsteigebahnhof Kastryčnickaja, wo am anderen Bahnsteig noch die Lettern Oktjabrskaja an der Wand prangen. Hier ein paar Zeugen des Zeitenwandels:

Ob des hohen Passagieraufkommens verkehren die Züge auf den Stammstrecken in der Regel im 2,5-Minuten-Takt, was das Vorankommen in der sehr sauberen Stadt sehr erleichtert. Minsk wurde durch den Zweiten Weltkrieg zu über 90% zerstört; zunächst vom Krieg und dann von den Sowjets, da etwas Neues nur entstehen kann wenn man das Alte entfernt. Die Sowjets drückten der heutigen Stadt ihren architektonischen Stempel auf, und so ist Minsk ein Hort des sozialistischen Realismus. Die Sowjets gaben Minsk aber auch die Metro als auch viele Parkanlagen. Im Gegensatz zur Metro Moskau ist die Metro Minsk leider nicht werbefrei.


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